6 - Wahre Aloe

Kapitel6 1 Wahre Aloe header

Was wir jetzt definitiv wussten: dass wir nicht werden wollten wie die meisten Aloe Vera Kosmetikhersteller damals: als hauptsächlichen Bestandteil von Kosmetik schlichtes Leitungswasser einzusetzen und mit einer homöopathischen Dosis Aloe Vera zu mischen, kam für uns nicht in Frage. Das wurde dieser großartigen, uralten Heilpflanze und Ihrem guten Namen nicht gerecht.

Kapitel6 2 Wahre Aloe Rezeptur klassisch

Ich dachte darüber nach, wie Cremes und Lotions im Allgemeinen zusammengesetzt waren. Der Hauptbestandteil war immer ein wässriges Medium, eben Wasser, Leitungswasser oder manchmal auch Quellwasser, der Rest kosmetische Öle bzw. Fette. Beides wird vermischt und durch einen bindenden Stoff, einen sogenannten Emulgator, zusammengehalten.

Was mich empörte, waren nach wie vor die 70 bis 80% Wasser. Hinzugemixt wurden dann in winzigen Mengen die Stoffe, die an ein Werbeversprechen geknüpft waren. Die „Jod-S-11-Körnchen“, wie mein Mann es formulierte. Gegen Wasser an sich war ja nichts einzuwenden, es schadet der Haut nicht, aber es nützt auch nicht viel, denn Wasser bezieht sie über unseren Körperstoffwechsel von innen. Wo überall ich kosmetische Produkte sah, zuhause, in Parfümerien und Kaufhäusern, stellte ich mir vier Fünftel durchsichtig vor.

Mich störten noch nicht einmal die enormen Margen, die die Hersteller auf diese Weise machten – wenn man als Verbraucher merkte, dass die Produkte kaum oder gar nicht wirkten, musste man ja nicht kaufen. Was ich aber nicht hinnehmen wollte war, dass man es auch anders machen konnte und bessere Aloe Vera - Produkte produzieren könnte, die einen echten Nutzen haben würden; aber niemand aus der Industrie schien daran interessiert zu sein.

Was hatte damals nach dem Abend mit Jim Marsh so fantastisch gewirkt? Ich hatte ein frisches Pflanzenblatt aufgeschnitten und das weiche transparente Innere, das sogenannte Aloe Vera Gel, pur auf meine Haut aufgetragen. Pur. Genau so und nicht anders musste Aloe Vera-Kosmetik beschaffen sein.

Kapitel6 3 Wahre Aloe SBE KBE

Es scheint mir, was Teams erfolgreicher macht als andere, ist, dass sie sich nicht nur ergänzen, sondern auch voneinander lernen, wirklich lernen. Der eine kann dies, aber das weniger. Die andere kann das, aber dies weniger. Die Stärken und die Schwächen des einen sind Schwächen und Stärken des anderen. Wenn man eng zusammenarbeitet und zusammen denkt und das längere Zeit, sich dabei nicht nur ausgleicht, sondern sich mit der gesamten Person des anderen austauscht und auseinandersetzt, werden die gemeinsamen Ziele klarer und man rückt sie näher. Im jeweiligen Moment und langfristig.

Mein Mann war immer das Feuerwerk der Ideen, der Mensch der kühnen Visionen, der 100-Meter-Mann. Er brennt gerne lichterloh vor Energie, aber kurz. Er ist derjenige, der sich die anscheinend gefährlichen Dinge traut, die sich dann fast immer als richtig herausstellen. Dann muss er sich erst mal setzen.  Ich dagegen bin eher die Langstreckenläuferin, die Prüferin des Machbaren, die abwartet und grundsätzlich erst einmal alles distanziert betrachtet, die kreativen Dinge beurteilt, schließlich gut findet und dann dabei bleibt. Hier war es anders. Ich war in Rage und ich wurde kreativ.

Abb. Sabine und Kurt Beer mit Purzel

Kapitel6 4 Wahre Aloe Rezeptur SV

Im Zorn kommen Dinge hoch. Vielleicht oder wahrscheinlich sogar kulminierte Erfahrungen und Erkenntnisse, die wir im Laufe der letzten Jahre gemacht hatten. Intuition, weiß man inzwischen, ist die Verdichtung von Wissen zu einer plötzlichen Gewissheit, von der man nicht weiß, woher sie kommt, von der man aber weiß, dass es so ist. Und die schickte mir einen Geistesblitz, eine Idee, die so fundamental und wertvoll war, das sie uns einerseits erst durch Jahre des Suchens schickte, Santaverde aber dann zu einem Unternehmen machte, das anders sein würde als alles, was es bis jetzt in der Kosmetik gegeben hatte:

Einer plötzlichen Eingebung folgend, sagte ich eines Samstags beim Frühstück zu meinem Mann, wir müssen das Wasser komplett durch reine Aloe Vera ersetzen. Ich erinnere mich. Er sah mich mit großen Augen an, sagte erst nichts und dann: Stimmt. Genau. So müssen wir das machen. Warum bin ich da eigentlich nicht selbst drauf gekommen? Lass uns ein paar Fachleute fragen, wie das gehen könnte.

Das taten wir dann, nur leider mit ernüchternden Ergebnissen: Unsinn. Niente. Da können sie lange probieren, das geht nicht, nein. Vergessen Sie’s. Wenn das ginge, gäb’s das schon. No. Auf keinen Fall, weil. Kurz: Das kann gar nicht gehen, wurde uns von den verschiedensten Spezialisten gesagt. Denn für den kosmetischen Hauptinhaltsstoff Wasser wurden Emulgatoren konzipiert, die man für die Verbindung wässrig/ölig einfach brauchte, aber nicht für Pflanzensäfte mit ganz anderen physikalischen und chemischen Eigenschaften als Wasser. Also würden wir nie eine Creme zustande bringen.

Mein Mann hatte eine weitere Verbindung geknüpft, zum Entwicklungsleiter eines Hamburger Kosmetik-Weltkonzerns. Er gab uns einen sehr guten Tipp, der zwar nicht zu einem wirklich befriedigenden Ergebnis führte, uns aber eine Richtung aufzeigte und uns das Gefühl gab, dass unser Vorhaben nicht unmöglich war.

Kapitel6 5 Wahre Aloe Etikett Frischekosmetik

Wir besuchten mit den gewonnenen Erkenntnissen eine Apothekerin, die mithilfe der Idee dieses Entwicklungsleiters eine Emulsion herstellte, die in den Grundzügen dem entsprach, was wir gesucht hatten. Das Problem war – es war nicht Bio, und es waren feste, eher pappige Salben, die kein angenehmes Gefühl auf der Haut hinterließen. Der große Fortschritt war hingegen, dass sie kein Wasser mehr enthielten und hervorragend wirkten. Das war wie gesagt ermutigend. Wir hatten nun nicht mehr das Gefühl, dass wir nach einem unerreichbaren Stein der Weisen suchten, sondern gar nicht mehr so weit weg waren von einem Rezept für bessere und hochwertige Aloe Vera Produkte. Wir kamen der Sache näher.

Mein Mann erzählte dem Geschäftsführer eines großen Hamburger Schreibgeräteherstellers, der nebenbei auch Lippenstifte herstellte, von unserem Problem. Da diese Firma viel Erfahrung in der Herstellung von feinen Emulsionen hatte und, noch wichtiger, der Geschäftsführer ein guter Freund meines Mannes war, machte er uns das Angebot, seine Entwickler über dem Thema brüten zu lassen.

Abb. Etikett der ersten, handgerührten Frischecreme

Und das Entwicklerteam wurde fündig. Einige Wochen später hatten wir ein Labormuster auf dem Tisch, das allen unseren Anforderungen entsprach: Kein Wasser. Reine Aloe Vera. Ein wunderbares Hautgefühl.

Wir hatten es tatsächlich geschafft. Kurt und Sabine Beer hatten die Idee gehabt, eine Emulsion zu entwickeln, von der weltweit niemand geglaubt hatte, dass es sie geben könnte und sie verwirklicht.

Eine Emulsion, die nicht zu 80% aus Wasser bestand. In der sich nicht das flüssige Ergebnis von 200fach zurückverdünntem Pulver befand. Eine Emulsion, die endlich 80 Prozent gesunde, gute, nährstoffreiche Aloe Vera enthielt, mit all den wertvollen Ingredienzen und mit ihrer unverfälschten, intensiven, einzigartigen Wirkung.

Wir hatten die Rezeptur nicht zufällig entdeckt. Sie war uns nicht in den Schoß gefallen. Wir hatten nachgedacht, und sie war der logische Schluss unserer jahrelangen, gründlichen Beschäftigung mit der Pflanze gewesen. Auf die Aloe Vera selbst waren wir einige Jahre vorher mehr oder weniger zufällig gestoßen. Die Emulsion aber war das Ergebnis von Spürsinn, von Arbeit, und von einem Gefühl, das die einen Hingabe nennen und die anderen Besessenheit.

Jetzt brauchten wir nur noch Kunden...

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