3 - Der Aloverose auf der Spur

Kapitel3 1 Dr.Diehl header neu

Wir wussten von unserem amerikanischen Nachbarn Jim Marsh, von dem wir die ersten Aloe Vera Pflanzen gekauft hatten, dass die Pflanzen erst mal 3 lange Jahre wachsen mussten, um Wirkstoffe zu produzieren, aber noch nicht genau, was wir mit ihnen machen würden. Aber irgendwie fühlten wir, dass alles so richtig war. Und dass es gut werden würde. Die Begegnung mit Dr. Diehl (Vierter von links) sollte unserem Gefühl recht geben.

Per Knopfdruck bei Google per Click mal eben so ziemlich alles zu dem Thema Aloe Vera auf den Computermonitor holen, gab es in den frühen 90er Jahren nicht. Wir besorgten uns Bücher, aber das war Theorie.

Wir wussten von Jim, Aloe Vera war schon seit Jahrzehnten ein gigantischer Markt in den USA. Damit hatte er sich in seinem früheren Leben auch ausgiebig beschäftigt. Also mussten dort auch Industrie, Kongresse, Infrastruktur vorhanden sein, anhand derer man sich in das Thema einarbeiten konnte. Wir fragten Jim um Rat, und er gab uns den Tipp mit dem IASC. IASC steht für International Aloe Vera Science Council, dem mächtigen Verband der Aloe Industrie in den Vereinigten Staaten. 

Der IASC hielt in jedem Jahr mehrere Kongresse für seine Mitglieder ab, auf denen Wissenschaftler und Executives aus der ganzen Welt Vorträge über Aloe Vera Inhaltsstoffe, mögliche Wirkungen, Produktion und Fertigung hielten. Die Annual Fees, also die jährlichen Mitgliedsbeiträge von damals rund 3.000 Dollar und mehrfache Reisen in die USA pro Jahr konnten wir uns zu diesem Zeitpunkt eigentlich nicht leisten. Taten wir aber dennoch, weil wir eben nur als Mitglieder des IASC an den Kongressen teilnehmen konnten, für uns damals die einzige echte Quelle für Informationen und Kontakte.

Kapitel3 2 Buch Aloe Vera USA

1992 wurden wir Mitglied im IASC. Im gleichen Jahr starteten wir die erste von mehreren Reisen und besuchten den IASC-Kongress in der klimaanlagenvereisten 1. Etage des Kongresshotels von Dallas, wo wir tatsächlich eine Menge lernen konnten.

Eine weitere, sehr wertvolle Folge der Mitgliedschaft im IASC war die Möglichkeit, dass wir Firmen besichtigen konnten, in Texas und New Mexico. Wir sahen, wie dort gearbeitet - und worauf geachtet wurde, und wir bekamen auch ein Gefühl für die ungeheure Größe dieser Branche in den USA. Wir waren sehr beeindruckt.

Wir wussten aber auch, dass wir es anders machen würden.

 

Abb. Mitbringsel aus den USA - Aloe Vera Literatur

Zu der Zeit hatte noch niemand eine Idee, wie die Qualität der Aloe Vera zu bestimmen war. Das aber änderte sich ein paar Jahre später auf dem gleichen Kongress, als wir dort den Wissenschaftler Dr. Bernd Diehl aus Köln kennenlernten. Dr. Diehl hielt einen Vortrag zur Bestimmung des Hauptinhaltstoffes der Aloe Vera, den er Aloverose nannte. Die Aloverose ist ein sehr spezielles Zuckermolekül, das später als Leitsubstanz der Aloe Vera bekannt wurde. In den USA wurde zu der Zeit sehr viel industriell hergestelltes Aloe Vera Pulver vertrieben. Einige der Hersteller hatten diese Pulver recht großzügig mit dem wesentlich preiswerteren Maltodextrin gestreckt und in Deutschland deutlich günstiger als die Konkurrenz angeboten. Das war ihnen möglich, weil man bis dahin auch bei genauerer Untersuchung das Maltodextrin nicht von der Aloe Vera unterscheiden konnte.

Kapitel3 3 Aloe Vera Filet

Jetzt hatte man Dr. Diehl gefragt, ob er eine Methode entwickeln könne, um zu erkennen, ob es sich bei Materialproben um 100% Aloe Vera oder um Mischungen mit Maltodextrin handelte. Man ging davon aus, dass es nicht möglich war. Aber Dr. Diehl konnte das.

Er suchte nach dem Hauptinhaltsstoff, der Aloverose, und bestimmte damit die enthaltene Menge an Aloe Vera. Mit seiner eben erst gegründeten Firma Spectral Service entwickelte und standardisierte er eine eigene Analytik für Aloe Vera mit Hilfe der NMR - Nuklear Magnetic Resonance - Methode. Hiermit war es von nun an möglich, sofort zu sehen, wieviel Aloverose - und damit Aloe Vera - in Proben von Produkten, Pulvern, Cremes vorhanden war.

Sein Labor hat sich in der Folgezeit in Aloe Vera Fachkreisen als das anerkannteste weltweit etabliert.

Dr. Diehl hatte sein Labor aufgebaut, um für amerikanische Aloe Vera Unternehmen aus dem IASC Tests durchzuführen. Diese waren aber letztendlich weniger begeistert, da, wie Dr. Diehl nun genauestens herausfand, extrem geringe Mengen an Aloe Vera in ihren Produkten vorhanden waren. Insofern war der IASC für ihn damals eher eine Enttäuschung. Für uns aber war die Bekanntschaft und die spätere Freundschaft mit Dr. Diehl ein äußerst glücklicher Zufall.

Abb. Aloe Vera Gel mit Blattschale

Jetzt konnten wir die Qualität unserer spanischen Aloe Vera Pflanzen testen und messen lassen. Und wir konnten Wirkstoffversprechen machen, die empirisch nachvollziehbar waren.

Das aber war nur der Anfang von Dr. Diehls Geniestreichen.  2 Jahre später entwickelte er eine Methode, über die Quantität hinaus auch die Qualität von Aloe Vera insgesamt zu bestimmen. Er konnte u.a. versteckte Konservierungsstoffe und Abbaustoffe, die bei zu langer Lagerung entstehen, finden und nachweisen. Da Dr. Diehl sein Labor in Köln etabliert hatte, war es für uns einfach, mit ihm zu kommunizieren und durch ihn später unsere Aloe Vera Pflanzen und -Produkte auswerten zu lassen.

Kapitel3 4 AMAY

Wenige Jahre später spielte Dr. Diehl erneut eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit Santaverde. Wir hatten uns bei der Europäischen Union um ein wissenschaftliches Förderprojekt beworben, für das Forschungsgelder (AMAY) bereitgestellt wurden. Aus mehreren tausend Projektvorschlägen wurden weniger als 100 bewilligt. Eins davon war unseres und wir wurden damit Projektkoordinator.

Ziel des Projektes war es, herauszufinden, durch welche Einflüsse die maximale Wirkstoffmenge der Aloe Vera-Pflanze entsteht. Und hier trafen wir wieder auf unseren Wissenschaftler Dr. Diehl. Er bestimmte über das Messen der Aloverose die Wirkstoffmenge und konnte nachweisen, dass die Aloverose-Menge mit dem Klima zusammenhängt.

Abb. Website insidealoe.de (AMAY)

Kapitel3 5 SB und Manolo Aloe Feld

Es stellte sich heraus, dass das Klima bei uns an der andalusischen Costa del Sol mit heißen Sommern und kühlen, aber nicht zu kühlen Wintern außergewöhnlich hohe Aloverose-Werte erbrachte, da die Pflanzen, anders als in tropischen Ländern, durch die Temperaturwechsel einem positiven, stärkenden Stressreiz ausgesetzt sind, der sie dazu anregte, außergewöhnlich große Mengen an Aloverose und für die Wirkung wichtige Begleitstoffe zu produzieren.

Wir waren begeistert. Wir hatten nach Wegen gesucht, wie wir den Wirkstoffgehalt in der Aloe Vera noch verbessern konnten, stellten jetzt aber fest, dass wir bereits die beste Aloe Vera hatten, die man sich wünschen konnte.

Das war aber nicht alles. Es sollte noch weitere Überraschungen auf unserem Weg zur weltbesten Aloe geben

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